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Die Angst vorm Unbekannten

Wenn du die nächsten Zeilen liest, wirst du dich bestimmt wundern und es nicht verstehen oder nachvollziehen können. Aber lass mich das ganze versuchen nachvollziehbar aufzuschreiben.


Immer wenn mich jemand kurz vor Start des Sabbaticals gefragt hat, ob ich mich schon freue, konnte ich die Frage nicht mit Ja beantworten. Das Sabbatical ist eines meiner Lebensträume, aber wieso freue ich mich nicht, wie ich es sollte? Und wieso kommt da ein Funken Angst hoch? Angst vor dem Unbekannten, Angst vor der fehlenden Routine, den 24 Stunden voller Leere, die es zu füllen gibt. Wie werde ich den Tag füllen? Wird mir irgendwann langweilig? Wie gehe ich mit der Langeweile um?


Ob ich mir vorher Gedanken gemacht habe, was ich für Erwartungen an diese Zeit habe? Ehrliche Antwort: nicht im Detail. Wo ich mich vorm inneren Auge sehen konnte, war morgens beim Aufwachen mit Blick aufs Meer und abends am Strand mit Blick auf die untergehende Sonne. Aber das war’s…!


Auch haben wir nur die grobe Route (Frankreich, Spanien und Portugal immer am Meer entlang) abgesteckt, ohne uns vorher Gedanken zu machen, wo wir die Nacht verbringen werden. All dass, hat in mir verhindert, das Gefühl der Vorfreude zu entwickeln. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie es wird…


Für mich aber völlig in Ordnung. Bewusst wollte ich in die Zeit ohne Erwartungen gehen. Ich wollte es anders machen als bisher. Keine Pläne, keine detaillierten Vorstellungen, mich treiben lassen, um offen zu sein für all die Möglichkeiten, die sich ergeben.


Auch wenn andere das nicht verstehen konnten, war es für mich in Ordnung das Gefühl der Vorfreude nicht so intensiv zu spüren.


Dafür genieße ich die Zeit jetzt umso mehr! Ich kann nicht enttäuscht werden, wenn ich keine Erwartungen habe und mir die Erwartungen erst jetzt überlege.


  • Woher weiß ich denn, ob ich jeden Tag surfen möchte, wenn ich es in meinem Leben bisher maximal 7 Tage am Stück gemacht habe.


  • Woher weiß ich denn, ob ich lieber alleine Reise oder von anderen umgeben bin?


  • Woher weiß ich denn, wie es ist, die Schlafmöglichkeiten erst am Tag selbst zu planen, ohne es je probiert zu haben?


Dafür ist diese Reise da, um diese Dinge herauszufinden. Und auch die Angst vor dem Unbekannten ist etwas ganz Natürliches. Jedes Neue und jede Veränderung bringen Chancen und Risiken mit.


Gedanken wie „Was wäre, wenn…“ regen unsere Phantasie an und hemmen uns manchmal weiter zu gehen und unser Vorhaben durchzuziehen.


Wenn wir uns aber bewusstwerden, was die Unsicherheit und die Anspannung auslösen, können wir damit umgehen.


Beim Surfen beispielsweise gibt es diese Momente, in denen die Welle auf dich zu kommt und du einfach nicht weißt, wie sich die Welle verhält. Fließt die Welle einfach unter dir durch oder wirst du gleich in den nassen Ozean gerissen und in der Welle durch gewirbelt?


Zu wissen, dass es das fehlende Wissen über die Welle ist, macht es einfacher mit der Situation das nächste Mal umzugehen! Bevor ich mich also das nächste Mal in die Wellen schmeiße, um weiter surfen zu können, schaue ich mir erstmal Videos an, wie ich erkenne, ob die Welle gleich bricht oder es noch etwas dauern wird.


Mit diesem Wissen kann ich mich der Situation wieder viel entspannter stellen.


Die Angst vorm Unbekannten ist also normal und eigentlich etwas Positives. Sie bewahrt mich vor Gefahren. Doch manchmal kann ist die Angst übertrieben und kann einen lähmen.





Don´t let your fears, ruin your dreams!

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